Casamicciola, mit Ministerialdekret
von 1956 Casamicciola Terme
genannt, ist schon seit alten Zeiten
die Thermalgemeinde schlechthin.
Die sich über 5,7 km2 erstreckende
Gemeinde liegt am Fuße des Berges
Epomeo und reicht bis zum Meer.
Sie gliedert sich in zwei Teile, den "oberen",
wo wir die Gemeindefraktionen Sentinella,
Maio, Piazza Bagni finden, und den "unteren" Teil
mit den Fraktionen Perrone und Marina.
Das
Gemeindewappen stellt eine Frau
dar, die ihre Beine in das Wasser
eines kleinen Flusses taucht, und ist
mit der Legende verknüpft, anhand
derer der Name "Casa Nizzola"
erklärt wird. Es wird erzählt, daß eine
römische Matrone namens Nizzola,
die kaum gehen konnte, sich in das
warme Wasser eines, in der Nähe
ihres Hauses fließenden Baches
tauchte und geheilt wurde.
Diese
Nachricht verbreitete sich in der
Gegend, und so kamen viele Kranke
zur "Casa di Nizzola" (Haus der
Nizzola).
Casamicciola wurde im Laufe der
Jahrhunderte mit den
verschiedensten Namen genannt,
bewahrte aber stets den ersten Teil
des Ortsnamens "Casa".
Der
Wissenschaftler R. Gatthmann
sprach schon im 16.Jh. in seinem
Werk "Da caloris medicatorum
causa" von "Casa Mezula"; und im
selben Jahrhundert sprach der
kalabrische Arzt Giulio Iasolino in
seinem Werke "De rimedi naturali"
von "Casanizzola" Giustiniani
verwendete im 19.Jh. den Namen "Casamiccio",
während
der Historiker aus Forio, Giuseppe
D'Ascia erklärte, daß der Name von "Casa
insula" herrührte; im
italienischen ethymologischen
Wörterbuch wird der antike Name "Casamiccio" damit
erklärt, daß der
zweite Wortteil "Miccio" von dem
Namen einer Person herrührte.
Der
Ort hat im Laufe der Jahrhunderte
verschiedene Erdbeben erlitten, die
seine morphologische Gestaltung
vollkommen veränderten.
Das
verheerendste war das letzte
Erdbeben im Jahre 1883, das die
kleine Stadt gänzlich zerstörte, die
schon damals einen blühenden
Fremdenverkehr verzeichnete.
Casamicciola war seit dem 17.Jh.
das Ziel des internationalen
Tourismus, der im 19.Jahrhundert
eine Glanzzeit erlebte.
Die Schönheit
der Landschaft, das gesunde Umfeld
und das Vorkommen vieler Quellen
mit heilendem Wasser, unter denen
die international berühmte Quelle
des "Gurgitello" zu erwähnen ist, übten
in den vergangenen Jahrhunderten eine besondere
Anziehungskraft aus.
Der Ort wurde
von Fürsten besucht, wie Ludwig I.
von Bayern, der sich in Pannella
aufhielt, von Schriftstellern wie De
Lamartine und Renan, vom norwegischen Dramaturgen Henrik
Ibsen, von italienischen und
ausländischen Malern, die sich von
der Schönheit der Landschaft
inspirieren ließen.
Selbst der Held
des italienischen Risorgimento,
Giuseppe Garibaldi, ließ sich hier
seine, in Aspromonte erlittenen
Wunden heilen und war während
seines Aufenthaltes Gast in der Villa
Zavota, in der Gemeindefraktion
Sentinella, gelegen deren Fassade
eine Erinnerungstafel trägt. Auch der
große Meister Arturo Toscanini fand
in den wundertätigen Wassern der
Gemeinde Casamicciola Heilung, die
von Schriftstellern besungen und
von italienischen und ausländischen
Malern dargestellt wird, deren Werke
sich in nationalen und ausländischen
Museen sowie in Privatsammlungen
befinden.