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Die Burg

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Von großem historischen und künstlerischem Interesse, eng an die Geschichte der Insel gebunden, ist die Aragonerburg, die auf der "Insula minor" errichtet wurde und sich mit ihren 113 Metern majestätisch über dem Meeresspiegel erhebt, sowie einen prachtvollen Ausblick über den Golf von Neapel und die Gemeinde Ischia bietet.
Das erste Bauwerk ist vermutlich Hieron I. aus Syrakus im Jahre 474 v.Chr. zu verdanken, der sich, um den Einwohner von Pithecusa und Cumä zu helfen, auf einen Krieg mit den Kartagern und Tyrrhenern einließ und diese in einer historischen Schlacht besiegte.
In den ersten Zeiten wurde sie tatsächlich 'Castel Girone' genannt. Später kamen die Normannen, die hier einen Vorposten errichteten. Den großen architektonischen und historischen Glanz verlieh ihr jedoch Alfons I. von Aragona im Jahre 1441, als er zwischen der kleinen und der großen Insel eine künstliche Brücke errichten ließ und an jener Seite eine von Hand in den Fels gehauene Straße baute, die etwa 400 m lang ist. In der Folge ließ er den alten, vorher von den Anjou errichteten "Hauptturm" wieder erbauen, befestigte die Einfriedungsmauer und beschloß auch, die Burg zu bevölkern.
Auf dem "Fels" wurde eine Kolonie von etwa dreihundert Personen katalanischen Ursprungs angesiedelt, die man zur Eheschließung mit den Frauen zwang, welche die Ehefrauen und Töchter jener Männer waren, die dem Haus Anjou treu geblieben, jedoch ermordet oder verbannt worden waren.
Alfons I. von Aragona hatte der Burg architektonischen Glanz geschenkt, Vittoria Colonna hingegen, die Frau des Kapitäns Ferrante D'Avalos, vermochte der Insel im 16.Jh. auch besonderen kulturellen Ruhm verleihen, denn an ihrem Hof verkehrten große Literaten, doch vor allem Michelangelo Buonarroti, der sich auf der "Insula" aufhielt und hier Anstöße für seine Werke fand.
Andere berühmte Dichter und Schriftsteller besuchten die Burg, wie Petrarca, Boccaccio, dessen sechste Novelle des fünften Tages hier spielt, Giovanni da Procida und Restituta di Bulgaro, Tarso, Sannazzaro und der Historiker Giovanni Pontano.
Für den, der den "Fels" besichtigen will, gibt es zwei Zugangswege. Der erste steigt durch den langen, in den Fels gehauenen Tunnel hinauf und führt vorbei am Tor des Meeres, an der kleinen Votivkapelle des Hl. Giuseppe della Croce, am Sarazenentor, am Museum der mittelalterlichen Waffen und Folterinstrumente, an der Wachstube und Piazza d'Armi, und gelangt schließlich zur Kathedrale der Assunta, die 1301 errichtet und von den englischen Bombenanschlägen im Jahre 1809 zerstört wurde. Unter der Kathedrale befindet sich die, mit Fresken der Schule des Giotto geschmückten Krypta, wo die sterblichen Überreste der Adelsfamilien von Ischia ruhen, die in dieser Burg gewohnt hatten.Wer sich für den zweiten Weg entscheiden will, braucht nur den Aufzug zu nehmen, der in der Nähe der Basilika der Immacolata hält; diese im Barockstil des 18.Jh. gehaltene Basilika wurde auf Wunsch der Klarissen errichtet. Neben der Basilika finden wir den Torweg, den Hof und die Terrasse des Klosters, das von der Äbtissin Beatrice Quadra 1575 gegründet wurde.
Eine Besichtigung wert sind: Die Kirche S. Pietro a Pantaniello aus dem 17.Jh. mit dem sechseckigen Grundriß, vermutlich ein Werk des Vignola.
Die Kerker, wo sich Helden aus dem italienischen Risorgimento, wie Poerio, Nisco, Pironti und Agreste "aufhielten" und wo sich das Ideal des italienischen Volkes " Ein einziges, freies, republikanisches Italien" entwickelte.
Die Terrasse der Olivenbäume, die einen prachtvollen Ausblick über den Golf von Neapel und die Bucht von Cartaromana bietet; und der Friedhof der Klarissen, dessen Besonderheit die "Tropfrinnen" sind.
Die Aragonerburg, mit ihrer Geschichte und architektonischen Schönheit, erweckt im Besucher viele Emotionen und Staunen.