Von den sechs Gemeinden der Insel
ist Lacco Ameno die kleinste, die
sich tatsächlich nur über 2,7 km2
erstreckt.
Sie liegt auf einem leichten
Abhang an der Nordküste, am Fuße
der abfallenden Hügel des Berges
Epomeo und ist ein stark besuchtes
Bade-und Hydrothermalzentrum, das
sich um eine kleine Bucht drängt.
Der in verschiedene Fraktionen
gegliederte Ort, wie "Fango" und "Pannella",
die im Inneren liegen, "Marina
di Lacco" , "Fundera" und "Cala
di S.Montano" an der Küste,
wurde in der Vergangenheit als "Villa
di Casamicciola", das heißt als
Gemeindefraktion von Casamicciola,
betrachtet.
Der Ortsname "Lacco"
kommt vom griechischen Wort "lakkos",
das Höhlung,
Graben bedeutet. Der Beiname "Ameno",
nämlich "lieblich", wurde am 4.
Januar 1863 mit königlichem Dekret
bestimmt.
Zufolge der positiven
Strandverschiebung versank ein Teil
der Küstenzone einige Meter unter
den Meeresspiegel und die "Grotte
des Marius", so genannt, weil
Marius, der Führer der Volkspartei im
republikanischen Rom, dort Zuflucht
nahm, um sich der Verfolgung durch
seinen Gegner Silla zu entziehen,
war vermutlich ein "Nympharium",
das heißt ein natürlicher, den
Meernymphen gewidmeter Tempel,
der sich heute 3 m unter den
Meeresspiegel befindet.
Ein weiteres
auffälliges Zeichen der
Strandverschiebung, der die
gesamte nördliche Küste der Insel
ausgesetzt ist, ist der einzigartige Fels, der einst
als Fels der"Meerbarbe" bezeichnet wurde und
heute, aufgrund seiner
charakteristischen Form, der "Pilz"
genannt wird.
Nach Erzählungen der
alten Fischer aus Lacco Ameno
befänden sich in dem vom Wasser überfluteten
Teil des Felsens die Räume, wo die Boote an Land
gezogen wurden.
Einige
Wissenschaftler jedoch sind der
Ansicht, er sei in sehr fernen Zeiten
während einer schrecklichen
Eruption des Berges Epomeo
entstanden und dann bis zum Meer
hinabgerollt.
Das Symbol des Ortes
ist die junge heilige Afrikanerin,
Restituta, die laut der Legende fast
dem Tode nahe in die kleine Bucht
von San Montano gelangte.
Die
Heilige Restituta ist die Schutzheilige
der Insel, und die Bewohner von
Lacco Ameno empfinden für die
Heilige eine fast töchterliche
Hingabe, so daß es bis vor wenigen
Jahren hier kaum eine Familie gab,
in der nicht eine Restituta vorhanden
war.
Die Heilige wird alljährlich im
Mai im Rahmen eines Volksfestes
gefeiert, das drei Tage dauert und an
dem die gesamte Inselgemeinschaft
teilnimmt.
Lacco Ameno war vor den
50er Jahren nur ein Fischerdorf.
Mit
der Ankunft des Commendatore
Angelo Rizzoli, der sich in diesen Ort
verliebte und erstklassige Hotels und
Thermen errichten ließ (R.Isabella-
Royal Sporting- La Reginella),
entwickelte sich der Ort zu einem
der wichtigsten
Fremdenverkehrszentren in ganz
Süditalien.